Initiative “Gemeinsam wirken”

3WIN-Studie „Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung und Wirtschaftsförderung“

AW107-62-8-WiFö-Studie-Titelblatt

Inwieweit spielen für kommunale Wirtschaftsförderer in NRW die Themen „Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung“ (CSR) und „bürgerschaftliches Unternehmensengagement“ in ihrem Alltag eine Rolle? Dies war die Leitfrage für eine Studie, die wir Anfang 2013 durchgeführte haben – mit einer Onlineerhebung sowie vertiefenden qualitativen Interviews. Es wurden hierzu 354 Wirtschaftsförderer in NRW angeschrieben von denen 21% den Onlinefragebogen ausfüllten. Acht Wirtschaftsförderer waren darüber hinaus zum vertiefenden Telefoninterview bereit.

Die Erhebung förderte folgende Ergebnisse zutage: Für immerhin 45% der antwortenden Wirtschaftsförderer gehören CSR bzw. gesellschaftliches Unternehmensengagement in der einen oder anderen Weise zu den von ihnen bearbeiteten Themen. Ob sie sich mit diesen Themen aktiv befassen, scheint weniger mit der Mitarbeiterzahl oder Größe der Kommune zusammenzuhängen als vielmehr mit dem Selbstverständnis der betreffenden Wirtschaftsförderung: Hier kommt es drauf an, ob sich die Arbeitsweise eher proaktiv gestaltet, also Themen an Unternehmen herangetragen werden oder eher passiv auf deren Anfragen reagiert wird.

Die Gründe für eine aktive Auseinandersetzung mit den Themen CSR und Corporate Citizen-ship sind hauptsächlich die Überzeugung, dass eben diese zur Integration von Wirtschaft und Gesellschaft in der Kommune beitragen können. Des Weiteren sehen es die „CSR-aktiven“ Wirtschaftsförderungen als ihre Aufgabe, den Unternehmen aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Trends nahezubringen sowie innovative Wege für ihre zukunftsfähige Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit aufzuzeigen. Hierzu gehören auch „CSR“ und „Corporate Citi-zenship“. Nach Meinung derjenigen Wirtschaftsförderungen, die sich aktiv mit diesen Themen beschäftigen, ist das gesellschaftliche Unternehmensengagement ein Wettbewerbs- und Standortfaktor und somit unmittelbare Wirtschaftsförderung. Sie bieten den Unternehmen hierzu Information, Rat, Netzwerke oder andere Möglichkeiten der aktiven Auseinandersetzung mit diesen Themen.

Die hauptsächlich genannten Gründe für eine Nichtbefassung mit „CSR“ usw. waren mangelnde personelle Ressourcen. Somit wird die Möglichkeit einer Integration dieser Themen in die Arbeit der Wirtschaftsförderung nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

 

Wir freuen uns über folgende Kommentare zur Studie bzw. zu einzelnen Themenaspekten, die wir mit diesem Newsletter – in der Rubrik „Gemeinsam“ – veröffentlichen:

Dr. Robert Fischer vom Regionalverband Frankfurt-RheinMain beleuchtet den „Weg zur Corporate Regional Responsibility“.

Dr. Dominik Enste und Julia Wildner vom Institut der deutschen Wirtschaften ziehen die Verbindung zu einer der Empfehlungen des Ersten Engagement-berichts der Bundesregierung „Für eine Kultur der Mitverantwortung“, und zwar die Cluster- und Netzwerkpolitik um den Aspekt der Engagementpartnerschaft von Unternehmen und mit gemeinnützigen Organisationen zu verbinden.

Siegmar Schridde von der Stabsstelle Bürgerengagement der Stadt Rheine bietet Wirtschaftsförderern vor dem Hintergrund der genannten knappen Personalressourcen die Kooperation an.

Michael Wirtz schließlich, der sich wissenschaftlich mit dem Phänomen der „Sozialunternehmen“ befasst, skizziert deren Bedeutung für die Standortentwicklung, da auch einige Wirtschaftsförderer dieses Thema für sich entdeckt haben.

(ld)

Die vollständige Studie mitsamt Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen kann bei 3WIN gegen eine Schutzgebühr von 10 € bezogen werden.
Die Bestellung ist per E-Mail , Fax (0221 42060739) oder Post (3WIN, Johannisstr. 79, 50668 Köln) möglich.