Erstmalig in NRW: Kommunentagung zu sektorübergreifenden Netzwerken und Kooperationen

20 Teilnehmer/-innen, davon 15 Vertreter/-innen von zehn Kommunen trafen sich zum Erfahrungsaustausch. Austausch soll fortgesetzt werden

Wie können Kommunen Bürgerengagement und speziell Unternehmensengagement fördern? Welche mono- und mehrsektoralen Netzwerke und Kooperationen gibt es? Was sind
ihre Erfolgsfaktoren? Wo unterscheiden, wo ähneln sich die Herausforderungen und Chancen von Groß-, Kleinstädten und Landkreisen?

Unter diesen Leitfragen lud 3WIN e.V. Institut für Bürgergesellschaft Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen am 15. Mai 2012 zu einem eintägigen Erfahrungsaustausch nach Köln ein. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen der Initiative „Gemeinsam wirken“. Diese durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Sport und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Initiative unterstützt den Auf- und Ausbau von sektorübergreifenden Kooperationen und Netzwerken für das Gemeinwohl.

Vordringlichste Themen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren die Schwierigkeiten, verwaltungsintern und ressourt-übergreifend das Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ zu etablieren; die fehlenden kommunalen Mittel; die hohe Bedeutung von unabhängigen Mittlerstrukturen und der Bedarf nach einer Wirkungsmessung von bürgerschaftlichem Engagement.

Im Vergleich der vertretenen Kommunen und Landkreise zeigte sich, dass es nicht den einen Weg gibt zur erfolgreichen Anregung und Förderung von Bürgerengagement. Insbesondere die Landkreise haben aufgrund der regionalen Ausbreitung mit unabhängigen Verwaltungsstrukturen spezielle Herausforderungen. Voraussetzung in allen Kommunen war aber das Wirken einer treibenden Kraft, die Engagement immer wieder auf die Tagesordnung setzt, Netzwerke erschließt und Mitstreiter gewinnt. Wichtige Merkmale dieser Person: Geduld, Anerkennung schon bestehender Strukturen und Aufmerksamkeit bezüglich der langfristigen Auswirkungen von einzelnen Fördermaßnahmen.

Immer wieder wurde in der Diskussion betont, dass Bürgerengagement höchst unterschiedlich definiert wird. Je nach Blickwinkel steht das emotional anrührende und medial gerne zitierte soziale Engagement im Vordergrund oder der mündige Bürger, der durch sein Engagement aktiv die Gemeinschaft mit gestaltet. Abhängig davon ist oft auch der kommunale Blick. Hier geht die Spannbreite von Stelleneinsparung über Schönwetterengagement bis zum Verständnis der langfristigen Investition ins Gemeinwesen. Vor diesem Hintergrund ist in der Verwaltung und Kommunalpolitik eine Veränderung der Perspektive und engagementförderlicher Haltung erforderlich, die z.B. durch verpflichtende Fortbildungen zum Thema Bürgerengagement für kommunale Führungskräfte erreicht werden könnte.

Schon zu Beginn begrüßten einzelne Teilnehmer die gebotene Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Und schließlich wurde der Wunsch geäußert, den hiermit begonnenen praxisorientierten Austausch fortzusetzen – etwa in Runden nur mit großen Großstädten oder nur mit Landkreisen. 3WIN wie auch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW haben ihrerseits die grundsätzliche Bereitschaft bekundet, zu einer Fortsetzung des Dialogs in geeigneter Weise beizutragen.

Sie haben Interesse an einer Teilnahme? Informationen zum nächsten Treffen:

3WIN e.V. – Institut für Bürgergesellschaft
Dieter Schöffmann, Vorsitzender
Telefon: 0221/42 06 07 34
Johannisstr. 79
50668 Köln

info@3win-institut.de