Studie: Hemmnisse und Lösungen für die Kölner Stadtentwicklung

Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung liegen vor

Im Mai und Juni 2012 wurde ein Kooperationsprojekt zur Stadtentwicklung Kölns mit den Partnern 3WIN und Studierenden der Universität zu Köln durchgeführt. Ziel der Untersuchung war, durch Interviews mit verschiedenen Expert/-innen Hindernisse und Schwierigkeiten in der Stadtentwicklung zu identifizieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Insgesamt wurden 16 Experten befragt, die u.a. aus den Bereichen der Stadtverwaltung, der Politik, den Medien, der Wirtschaft, privaten Initiativen sowie gemeinnützigen Organisationen stammen.

Drei Hauptprobleme wurden in den Expertengesprächen identifiziert:

  1. Mangelnde finanzielle Ausstattung
  2. Probleme der konkreten Stadtentwicklung
  3. Bildung und Bildungsangebot

Als ein Schlüssel für eine gemeinsame Lösung sahen die Befragten eine Durchmischung der Stadtgesellschaft auf mehreren Ebenen.

Indem die Kommunikations- und Berührungspunkte zwischen unterschiedlichen Milieus ausgebaut werden, wird der Zusammenhalt der Bürgergesellschaft gestärkt. Zudem wird durch das Zusammenbringen verschiedener Akteure der Stadtentwicklung und die Entschlossenheit, Probleme gemeinsam anzugehen, ein bisher ungenutztes Potential erschlossen.

Auf Ebene der Stadtgesellschaft lässt sich eine Durchmischung über die Maßnahme des sozialen Wohnungsbaus steuern und über Kommunikation und tatsächliche Begegnung gestalten.

Dafür sind entsprechende Orte notwendig und es muss sich ein Inklusionsdenken in Verwaltung und Politik durchsetzen, das Personengruppen nicht länger als isoliert zu behandelnde Klientel betrachtet, sondern – gerade in Anbetracht der Vielfalt Kölns – die Bürgergesellschaft als Ganzes wahrnimmt.

Konkret wird es auch darum gehen, Community Organizing in den Stadtteilen zu fördern und auf diese Weise die Selbstermächtigung der Bürger zu begünstigen.

Auf Ebene der Stadt(-verwaltung und –Politik) benötigt es ein klares Bekenntnis zu Bürgerteilhabe und -beteiligung. Nur wenn die Bürger mit ihren Beiträgen ernstgenommen werden, kann die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürgern zusätzlichen Gewinn für die Stadtentwicklung fördern. Auch Wirtschaftsunternehmen sind einzubeziehen. Alleine schon aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen können Unternehmen einen wichtigen Beitrag, insbesondere im Bereich der (Aus-)Bildung, leisten. Im Gegenzug erhalten die Unternehmen die Möglichkeit, über Förder- und Weiterbildungsmaßnahmen dem Fachkräftemangel selbstständig entgegenzuwirken.

Ermöglicht wurde die Studie durch das „Power Your Life“-Programm des Professional Center der Universität zu Köln,das unter dem Motto „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ Studierenden reale Projektaufträge aus Unternehmen und Institutionen vermittelt. Die Studierenden werden dabei jeweils von Mentoren aus den Unternehmen usw. begleitet.

Durchgeführt wurde die Untersuchung von Thomas Ebel, Student der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und Wiebke Köker, Studentin am Geographischen Institut

Die Studienergebnisse werden nach der Sommerpause den Studienteilnehmern sowie weiteren Akteuren aus Köln im Rahmen einer Werkstattveranstaltung präsentiert werden. Gemeinsam mit allen Beteiligten sollen dann praktische Schlussfolgerungen gezogen werden. Im Anschluss daran wird die Studie mitsamt den Werkstattergebnissen veröffentlicht werden.