„Unternehmen bringen spezifische Ressourcen ein“ Katharina Wehner, „Netzwerk der AusbildungsPatenProjekte NRW“

Das Netzwerk der AusbildungsPatenProjekte NRW ist ein freiwilliger, trägerübergreifender Zusammenschluss von Vereinen und Initiativen in Nordrhein-Westfalen, die im Mentoring- und Patenschaftsbereich tätig und Träger eines Ausbildungspatenprojektes sind. Innerhalb des Netzwerkes findet ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch und Qualifizierung statt, es werden Qualitätsmerkmale für Patenschaften entwickelt und Lobbyarbeit für Mentorenprojekte betrieben.

Katharina Wehner, Centrum für bürgerschaftliches Engagement e.V. in Mülheim, ist eine der beiden Sprecherinnen des Netzwerk der AusbildungsPatenProjekte NRW.

Frau Wehner, man hat den Eindruck, dass Ausbildungspaten- oder Mentorenprojekte boomen, Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Die 1:1-Begleitung in einer Patenschaft ist eine ganz besondere Form der Unterstützung für benachteiligte Jugendliche. Die Mentees haben eine feste Bezugsperson, die sich für einen befristeten Zeitraum verpflichtet, sie bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu unterstützen und motivierend zu begleiten. Neben Eltern und Lehrern ist so noch eine weitere Bezugsperson gegeben, die bei der schwierige Phase der Berufsfindung und dem Einstieg in die Berufswelt unterstützt.

Auch von Seiten der Unternehmen bekommen wir nur positive Rückmeldungen. Viele nutzen die Ausbildungspatenschaften für ihre eigenen Mitarbeiter und Azubis. Sie wissen sie dann in guten Händen und können sich sicher sein, dass Jugendliche so begleitet werden, damit konstante Lebensläufe ohne Lücken und unnötige Warteschleifen entstehen.

Auch Unternehmen beteiligen sich an Patenschaftsprojekten wie z.B. JOBLINGE oder „Du bist ein Talent“. Sehen Sie in diesen Projekten eine besondere Qualität?

Unternehmen haben ihre spezifischen Ressourcen, die sie einbringen können: Ein gutes Netzwerk, die Möglichkeiten für Praktika und Ausbildungen und der Transfer von Know-how. Sie können gezielt auf die Anforderungen im Bewerbungsmanagement eingehen und den Jugendlichen entsprechend vorbereiten. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass Unternehmen intern für die Mentorenprojekte werben und im Rahmen von Corporate Volunteering-Programmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Übernahme von Patenschaften motivieren und im besten Fall unterstützen können.

Unsere Erfahrung zeigt, dass besonders die lokale Zusammenarbeit in Netzwerken einen Erfolg der Ausbildungspatenprojekte unterstützt und mit den hauptamtlichen Akteuren des Übergangs Schule-Beruf positive Synergien erzeugt. 

Was wünschen Sie sich von Seiten der Unternehmen für Ihr Netzwerk der AusbildungsPatenProjekte NRW?

Ich wünsche mir von Unternehmen eine stärkere Kooperation mit den Trägern von Ausbildungspatenprojekten vor Ort. Die bereits über viele Jahre gesammelten Erfahrungen im Mentoringbereich mit entsprechendem Know-how lassen sich gut mit unternehmerischen Interessen verknüpfen. Unser Kontakt zum Initiativkreis Ruhr ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Frau Wehner, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:

Centrum für bürgerschaftliches Engagement e.V.
Katharina Wehner
Wallstraße 7
45468 Mülheim an der Ruhr

Tel.: 0208/ 97068 – 18

katharina.wehner@cbe-mh.de

ausbildungspaten-nrw.de